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Was ist Geoinformatik ?


Geoinformatik ist die Wissenschaft der Modellierung und Analyse von raum- und zeitbezogenen Informationen mit Methoden der Informatik und Informationswissenschaften. Geoinformatiker beschäftigen sich mit der Erfassung, Verwaltung, Analyse und Präsentation von raumbezogenen Informationen. Ein klassisches Beispiel für den Einsatz von Geoinformatik ist das Navigationssystem: das Finden des kürzesten Weges in der Realität erfordert eine Ortsbestimmung z.B. per GPS, Geodaten zu den räumlichen Gegebenheiten, eine topologische Verknüpfung dieser in einem Netzwerk sowie einen Algorithmus zur Berechnung der Lösung. Schließlich sollen die Ergebnisse ästhetisch ansprechend dargestellt werden. Weitaus komplexere Beispiele stellen Systeme zur Unterstützung von Entscheidungen im Katastrophenfall oder Modellierungen zur Berechnung der Erreichbarkeit dar (in der Abbildung ist die Service Area der Parkhäuser in der Innenstadt von Augsburg vor dem Umbau des Königsplatzes dargestellt).

ServiceAreaParkhaeuser

Die Geoinformatik gehört weltweit zu den am stärksten wachsenden Wissenschafts- und Wirtschaftsbereichen. Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur bezeichnet Geoinformationen als "Unverzichtbaren Rohstoff für die digitale Gesellschaft". Geoinformationen spielen bei mehr als 80 % aller Projekte, Prozesse und Entscheidungen in Wirtschaft und Politik eine wichtige Rolle; diese sind daher auf die Verfügbarkeit von Geoinformationen sowie deren Analyse und visueller Bereitstellung angewiesen. In einer Zeit, in der rechnergestützte Systeme immer breiteren Raum in allen Lebensbereichen einnehmen, werden auch raumbezogene Informationen zunehmend digital bereitgestellt.

Genau hier setzt die Geoinformatik an: Sie sucht nach Lösungen für raumbezogene Problemstellungen mit Hilfe von computergestützten Anwendungen. Software ist mittlerweile einer der zentralen Innovationsfaktoren für unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Informatik eine der Schlüsseldisziplinen für unsere Zukunft geworden. In Anbetracht der Notwendigkeit, zuverlässige und aktuelle Grundlagen für raumwirksame Entscheidungen bereit zu stellen, ist ein tiefer gehendes Verständnis für die digitale Verarbeitung räumlicher Informationen unbedingt notwendig. Eine solide Ausbildung im Schnittstellenbereich der Informatik und Geographie ist äußerst wichtig um die auf uns zukommenden globalen, regionalen und lokalen Probleme lösen zu können.

Der Aufbau des Bachelorstudiengangs Geoinformatik orientiert sich am Kerncurriculum Geoinformatik der Gesellschaft für Geoinformatik (Fassung 2009).