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Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg


Projektstart: 01.04.2013
Projektträger: Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Prof. Dr. Karin Thieme
Beteiligte Wissenschaftler der Universität Augsburg: Dipl.-Geogr. Serge Middendorf

Zusammenfassung

Im Rahmen der Bewerbung der Stadt Augsburg zum UNESCO-Weltkulturerbe werden am Lehrstuhl für Humangeographie Einzelprojekte mit Studierenden durchgeführt, um die Bewerbung der Stadt seitens der Universität aktiv zu unterstützen sowie die Thematik in die Lehre in Form eines Projektstudiums im Masterstudiengang Geographie aktiv einzubinden.

Beschreibung

Die Stadt Augsburg bewirbt sich unter dem Titel „Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst in Augsburg“ als UNESCO-Weltkulturerbe. Die Interessensbekundung erfolgte im Juli 2012. Dabei wurde insbesondere die „Einzigartigkeit und der außergewöhnliche universelle Wert der Augsburger Wasserwirtschaft und Wasserkunst“ hervorgehoben. Ein erster positiver Bescheid durch die Kultusministerkonferenz erfolgte am 12. Juni 2014. Das Projekt wurde verbindlich in die Liste der Bewerber aus Deutschland zur Vorlage bei der UNESCO aufgenommen.

Der Lehrstuhl für Humangeographie begleitet dieses Vorhaben wissenschaftlich und unterstützt die Stadt Augsburg bei der Bewerbung. Das breit gefächerte Projekt ist interdisziplinär angelegt. Daraus ergibt sich die Chance einer internen fachlichen Vernetzung zum Themenkreis „Wasser“ an der Universität Augsburg. Seit dem Sommersemester 2013 erfolgt eine interdisziplinäre Vernetzung von Studierenden aus unterschiedlichen Fachbereichen im Rahmen eines Projektstudiums im Masterstudiengang Geographie, das auf längere Sicht und modular angelegt ist und einen Workshop ähnlichen Charakter aufweist.

Folgende Einzelprojekte wurden bereits im Rahmen des Projektstudiums bearbeitet:

  1. Erstellung einer interaktiven Karte mit Schwerpunkt „Wasser in Augsburg“: In drei Arbeitsgruppen haben die Studierenden die Infrastruktur zur Thematik „Wasser“ auf dem Gebiet der ehemaligen Freien Reichsstadt kartiert. Auf dieser Grundlage wurden Signaturen für interaktive Karten erstellt. Die räumlichen Daten wurden anschließend mit Hilfe sogenannter OpenLayers im Rahmen eines Geographischen Informationssystems mit den Inhalten der Kartierung (Icons und erklärende Informationstexte) verknüpft. Das Ergebnis ist im Internet zugänglich unter:
    http:\\wasser.geo.uni-augsburg.de

  2. Erarbeitung der Projektidee „Geocaching“:
    Das sogenannte Geocaching wendet sich an unterschiedliche Nutzergruppen (z.B. Touristen oder Schüler), um das Thema Wasser interaktiv, multimedial und wissensbasiert erfahrbar zu machen. Hierfür werden mittels spezieller Aufgaben Stationen auf einer thematisch festgelegten Route ermittelt, die den User spielerisch an das Thema Wasser heranführen.

  3. Entwickelung einer Smartphone App:
    In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Multimodale Mensch-Technik Interaktion (Prof. Dr. Elisabeth André) und Herrn René Bühling haben Studierende der Geographie und Informatik eine App für Android entwickelt. Mithilfe der App wird der User auf einer „Route des Wassers“ durch die Augsburger Altstadt geführt. Dabei erkennt die App mittels der Smartphone-Kamera einzelne Strukturen und Gebäude eigenständig und vermittelt mithilfe eines Frosches (character) zusätzliche inhaltliche Informationen (augmented reality). Die App liegt als Prototyp vor und wird nach Fertigstellung der Entwicklung im Netz bereitgestellt.

  4. Ausarbeitung von thematischen Routen:
    Als Internetangebot und zur Erweiterung der Smartphone-App haben Studierende verschiedene Routen zum Thema Wasser ausgearbeitet. Diese Routen wurden mit Haltepunkten des öffentlichen Verkehrs verknüpft. Sie sind von unterschiedlicher Länge, wobei eine dieser Route sich speziell an den Bedürfnissen der Barrierefreiheit orientiert.

  5. Interdisziplinäre Vernetzung an der Universität Augsburg: Die Thematik Wasser bietet eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten der Geographie mit anderen Fachbereichen. Um die interdisziplinäre Zusammenarbeit auszubauen, wurde ein Onlinefragebogen zusammengestellt, der an die Fachvertreter innerhalb der Universität verschickt wird. Dies soll sowohl dem Projekt neuen fachlichen Input geben, als auch die interdisziplinäre Kooperation vorantreiben.

  6. Touristische Informationen mithilfe von GIS:
    Herr Benedikt Baumgärtner hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit des Bachelorstudiengangs Geographie (Betreuung: Prof. Dr. Karin Thieme und Dr. Klaus Brand, GI Geoinformatik Augsburg) ein GIS-Tool entwickelt, das touristische Informationen in interaktiver Form zum Thema UNESCO-Weltkulturerbe „Wasserkraft und Wasserkunst“ bereitstellt. Dabei kann der User sich durch verschiedene Zeitepochen (z.B. Römerzeit, Mittelalter, Industriezeitalter) klicken und entsprechende Informationen abrufen.

  7. Präsentation des Projekts im Internet:
    Für die Darstellung des Projekts nach Innen und Außen wurde eine eigene Webseite erstellt. Diese informiert sowohl über den aktuellen Stand der UNESCO-Bewerbung als auch über das Portfolio der Ergebnisse der Projektseminare im Masterstudiengang. Darüber hinaus werden die Ziele und nächsten Schritte des Projekts skizziert.