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Warmwasserereignisse im südöstlichen Atlantik: Benguela-Niños


Projektstart: 01.10.2011
Laufzeit: 3 Jahre
Projektträger: DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Karin Romberg Prof. Dr. Jucundus Jacobeit Dr. Irena Kaspar-Ott Dr. Joachim Rathmann

Zusammenfassung

Warmwasserereignisse im südöstlichen Atlantik, sog. Benguela-Niños, spielen eine große Rolle für Ökologie und Fischereiwirtschaft im gesamten Küstenraum Namibias und Südangolas. Während eines Benguela-Niños treten – analog zu den Auswirkungen eines pazifischen El-Niños – in Küstennähe starke Niederschläge und Überschwemmungen auf, während im Ozean ein dramatisches Fischsterben einsetzt und sog. Harmful Algal Blooms (HAB) auftreten können. Erst ein umfassendes Verständnis der Entstehung von Warmwasserereignissen im Benguelastrom ermöglicht es abzuschätzen, welche Auswirkungen eine globale Temperaturzunahme auf das südwestafrikanische Küstenökosystem und die Volkswirtschaften von Südafrika, Namibia und Angola hat.

Bislang wurden derartige Benguela-Niños nur anhand detaillierter Einzelfallstudien aus den letzten Dekaden untersucht. Ermöglicht durch wesentlich weiter zurückreichende Datensätze wird in dem kürzlich bewilligten DFG-Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren eine erweiterte und vergleichende Analyse seit Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgen. Allgemeines Ziel ist es dabei, auf der Basis von langen und zeitlich hoch aufgelösten Stationsdaten sowie von numerischen Modelldaten die langfristige Entwicklung von Benguela-Niños und deren Eingebundenheit in die Überlagerung von natürlicher Klimavariabilität und anthropogenem Klimawandel zu untersuchen. Aufzuzeigen sind insbesondere Fernkopplungen mit dem pazifischen ENSO-System und langzeitliche Variabilitäts-Charakteristika von Benguela-Niños sowie deren lokale und regionale Auswirkungen.

Ausgabedaten von Modellsimulationen, zum einen mit lediglich natürlichem, zum anderen mit gesamtem Strahlungsantrieb unter Einschluss des anthropogenen Anteils, eröffnen zudem Erkenntnisse hinsichtlich etwaiger anthropogener Signale im Auftrittsspektrum von Benguela-Niños. Schließlich erlaubt die Verwendung von Szenario-Modellläufen eine Abschätzung der weiteren Entwicklung von Benguela-Niños unter Bedingungen eines anthropogen verstärkten Treibhauseffektes. Dies verspricht einen erheblichen Erkenntnisgewinn gegenüber bisherigen Studien: einerseits aufgrund der substanziellen zeitlichen Erweiterung auf 1,5 Jahrhunderte Bearbeitungszeitraum, andererseits aufgrund eines breiten methodischen Ansatzes, der dynamische Fernkopplungen explizit berücksichtigt und die Konsequenzen verschiedener Antriebsmechanismen spezifisch beleuchtet.

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