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WASCAL_en West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use (WASCAL)

Leitung: Harald Kunstmann

Beteiligte Wissenschaftler: Joël Arnault, Jan Bliefernicht, Cornelia Klein, Diarra Dieng und Luitpold Hingerl

Westafrika gilt als eine der ärmsten Regionen der Welt. Die Lebensgrundlage eines überwiegenden Teils der dortigen Bevölkerung ist Subsistenzlandwirtschaft, ohne die Möglichkeit Rücklagen für ernteschwache Jahre zu bilden. Ein sich veränderndes Klima kann daher gerade in dieser Region gravierende Konsequenzen für die Lebensgrundlage vieler Menschen haben. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch das rasante Bevölkerungswachstum und dem damit einhergehenden steigenden Bedarf nach Ressourcen wie landwirtschaftlich nutzbarem Land oder Trinkwasser. Um diesen Problemen entgegenzutreten, wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Initiative mit deutschen und westafrikanischen Einrichtungen zur Etablierung eines Kompetenzzentrums für Klimawandel und angepasste Landnutzung in Westafrika (engl. West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use, WASCAL) gestartet. Ein primäres Ziel des Kompetenzzentrums ist unter anderem die Entwicklung einer anpassten Landnutzung zur Minderung negativer Folgen des Klima- und Landnutzungswandels auf Mensch und Umwelt in Westafrika. Flankiert wird die Errichtung des Kompetenzzentrums durch drei weitere Kernaktivitäten:

Die Universität Augsburg ist bei der Initiierung und Realisierung der einzelnen Aktivitäten maßgeblich beteiligt. Im Graduiertenprogramm ist sie der Hauptpartner der Federal University of Technology in Akure (FUTA), Nigeria, die die WASCAL Graduiertenschule „Westafrikanisches Klimasystem“ beherbergt.

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Rolle des Lehrstuhls für Regionales Klima und Hydrologie

Der Lehrstuhl für Regionales Klima und Hydrologie ist verantwortlich für die Koordination und Durchführung der Aktivitäten im Research Cluster "Climate and Weather". Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines regionalen Klimamodellierungssystems zur Verfeinerung von Informationen globaler Klimamodelle und zur Bereitstellung verbesserter, regionaler Klimaprojektionen für Westafrika. Der Kern dieses Modellsystems bildet ein vollständig gekoppeltes atmosphärisch-hydrologisches Modell, ergänzt unter anderem von multivariaten statistischen Methoden zur Bias-Korrektur und lokalen Verfeinerung. Das regionale Klimamodellsystem bildet ein zentrales Werkzeug in WASCAL, um z. B. die Auswirkungen einer angepassten Landnutzung auf die Atmosphäre und die Hydrologie zu untersuchen und zu quantifizieren. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung von Techniken zur Vorhersage hydro-meteorologischer Extreme und hydrologisch und landwirtschaftlich bedeutsamer Größen. Die Techniken werden getestet und evaluiert für spezifische Regionen wie die Hauptuntersuchungsgebiete in WASCAL. Die Methodenentwicklung wird umrahmt durch den Aufbau von Klima- und Eddy-Kovarianz-Stationen zur Erfassung bedeutsamer Klimagrößen und zur Analyse der Austauschprozesse zwischen Landoberfläche und bodennaher Atmosphäre.

Alle Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-IFU) des Karlsruher Instituts für Technologie, dem Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn, dem Deutschen Klimarechenzentrum, dem Deutschen Institut für Luft und Raumfahrttechnik, der Klimaabteilung des Kompetenzzentrums, der FUTA, den nationalen und internationalen meteorologischen Diensten in Westafrika und vielen weiteren nationalen und internationalen WASCAL-Partnern.



Weitere Informationen:

WASCAL Webseite
WASCAL-Graduiertenschule “Westafrikanisches Klimasystem”