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Bewertung von Ökosystemleistungen


Monetäre Bewertung ausgewählter Ökosystemdienstleistungen am Beispiel des Alpsees (Allgäu)

Projektstart: 01.03.2015
Projektende: 28.02.2016
Projektträger: WZU-Netzwerkfond, Universität Augsburg
Projektverantwortung vor Ort: Dr. Thomas Ziesemer Dr. Joachim Rathmann

Zusammenfassung

Vom Bau einer größeren Sport-Aktiv-Hotelanlage im Luftkurort Bühl am Alpsee (Oberallgäu) verspricht sich die dortige Gemeinde einen nennenswerten ökonomischen Zugewinn. Dieser Bau hat erhebliche Auswirkungen auf das dortige Landschaftsbild, was bereits zu einigen Bürgerprotesten geführt hat. Dieser Konflikt steht exemplarisch für zahlreiche andere, wo – auch für erneuerbare Energien – beträchtliche Landschaftsbildänderungen zur Umsetzung größerer Projekte in Kauf genommen werden. Ein weiteres Konfliktfeld besteht darin, dass hier die Ansprüche des "sanften" Tourismus, der Wert auf eine natürliche Landschaft legt, mit den Erfordernissen eines hochpreisigen sport- und wellnessorientieren Tourismus aufeinander stoßen.

Der Schönheit einer Landschaft wird im Bundesnaturschutzgesetzt (BNatSchG §1) ein eigener Wert zu gesprochen; das Landschaftsbild ist damit ein Schutzgut, das als gleichrangig zu beispielsweise seltenen Tier- oder Pflanzenarten anzusehen ist. Dieser Umstand wird allerdings weder in der Rechtsprechung noch im politischen Planungsprozess entsprechend gewürdigt. Dabei bietet eine Landschaft auch ökonomisch messbare „Ökosystem-dienstleistungen“ (ÖSD). Für die vorliegende Untersuchungsregion im Allgäu soll versucht werden, den Wert der dortigen Landschaft mit verschiedenen Ansätzen der Umweltökonomie zu bemessen. Dabei werden ausgewählte (kulturelle) ÖSD, besonders aber der Aspekt Erholung, monetarisiert. Es soll dabei ein Vorgehen entwickelt werden, das auch mit geringem Anpassungsaufwand auf andere Regionen übertragbar ist. Denn gerade darin liegt ein Desiderat zahlreicher Verfahren der Landschaftsbildbewertung aber auch der Bewertung von Umweltgütern. Zur ökonomischen Bewertung der ÖSD bieten sich etablierte Methoden, wie der Reisekostenansatz, Zahlungsbereitschafts- und Auswahlanalysen an. Angestrebt ist der Einsatz der kontingenten Bewertungsmethode, die einen sogenannten hypothetischen Markt erzeugt, um die Zahlungsbereitschaft für ein eigentlich nicht auf Märkten gehandeltes Gut zu ermitteln (in diesem Fall der aktuelle Zustand der Natur am Alpsee).